Geschäftsstelle: Flößerstraße 20 76571 Gaggenau-Hörden
Geschichte des Turnverein                            Hörden 1896 e.V.
1896
                  Die Anfänge          Von der „Murglust“ zum Turnerheim Alles begann am 6. August 1896. Turnbegeisterte junge         Männer trafen sich in der Schankwirtschaft ,,Murglust" und gründeten einen Turnverein; das       Gasthaus diente gleichzeitig als Übungsstätte. Die Anfänge waren bescheiden, die Begeisterung      aber groß. Der junge Verein hatte bereits 55 Mitglieder, 14 waren aktive Turner. In der     „Murglust“ machte es gleich doppelt Spaß. Dort gab es nämlich selbstgebrautes Bier. Geübt     wurde nicht nur am Stammtisch, sondern vor allem im Saal – eine Bretterhalle mit Naturboden.    Reck, Barren und Seitpferd standen zur Verfügung, auch im Steinstoßen trainierte man sich.    Die „Murglust“ wurde zum sportlichen Zentrum des Flößerdorfes, heute befindet sich auf dem   Anwesen die vormalige Bäckerei Lang,jetzt „Murgtalbäckerei“.Wohlgemerkt, wir schreiben das   Jahr 1896. In Hörden gab es noch kein elektrisches Licht und noch keine öffentliche Wasserversorgung. Auf der Murg waren vor   100 Jahren die letzten Flößer unterwegs; in Athen wurden die 1. Olympischen Spiele der Neuzeit abgehalten.Nach der Jahrhundert-    wende beteiligte sich der Turnverein an verschiedenen Veranstaltungen des Turngaus Murgtal, ja der Verein war sogar bei der                               Gründung des Turngaus engagiert. Zur ersten Fahnenweihe des TVH am 25. Mai 1903 machten fünf örtliche                               und 18 auswärtige Vereine ihre Aufwartung.
Die Kriegsjahre In den Wirren des 1. Weltkrieges blieb die Arbeit des Vereins unterbrochen. Nach Kriegsende ging man aber wieder rasch ans Werk. Eine Faustball-Abteilung wurde gegründet, außerdem hatte der TVH ein stattliches Trommler- und  Pfeiferkorps in seinen Reihen. In der Zeit zwischen den Kriegen machte sich der Verein als Ausrichter von Gau-   veranstaltungen einen Namen. Das Turnen in Hörden erreichte einen ersten Höhepunkt, zumal auch erstmals Frauen    und Schüler mit von der Partie waren. Seit 1919 gab es schließlich das Frauen-Wahlrecht. Und 1926 richtete der       Turnverein Hörden sein erstes großes Gauturnfest aus.Hördener Turner beim Gernsbacher Gauturnfest 1929.          Der Zweite Weltkrieg beendete zunächst das turnerische Treiben. Fast alle Turner zogen ins Feld, viele kamen           nicht mehr zurück. Nach dem Krieg verbot die französische Besatzungsmacht jegliche sportliche Tätigkeit.            Beim Einmarsch der Franzosen in Hörden ging auch die Fahne des Turnvereins verloren.
Der Neubeginn Am 4.April 1948 war es dann soweit, dass durch die Militärregierung die Wiedergründung einer    Sportvereinigung, bestehend aus Fußball und Turnen, ermöglicht wurde. Die Gründungsversammlung       fand im Hördener Rathaussaal statt. In Eigenarbeit legten die Sportler und Sportfreunde einen          Ausweichplatz auf der oberen Essel an, da der ursprüngliche Platz immer noch von den Franzosen             beschlagnahmt war und als Reitbahn diente. Jedoch dauerte es nur ein Jahr, ehe der alte                  Sportplatz der neuen Sportvereinigung freigegeben wurde; immerhin gab es zwei Fußball-                       und zwei Faustballmannschaften. 1951 kam es zur Trennung der Sportvereinigung, und es                           wurde auf Drängen vieler Mitglieder beschlossen, wieder zwei selbständige Vereine ins                                Leben zu rufen. Die Widergründung des TV Hörden erfolgte am 9. Juni 1951 im                                     Gasthaus zum Ochsen.Turnerische Akrobatik: Robert Lang und Rudolf Flügler                                         im Jahre 1952. In der Folgezeit hatte der Verein großen Zulauf, immer mehr                                              sportbegeisterte schlossen sich ihm an, weshalb das Angebot erweitert                                                  werden musste. 1952 entstand eine Handballabteilung, 1953 eine Frauen-                                                       Gymnastik-Gruppe.Aber es kam noch mehr dazu: Leichtathletik, die                                                             Kernsportart der Olympischen Spiele, fand immer mehr Anhänger.                                                                       Die Gemeinde Hörden baute Mitte der 50er Jahre ein neues                                                                          Sportstadion; die Turner erkannten ihre Chance und halfen                                                                                kräftig mit. Lohn der Mühe: eine neue Sportanlage mit                                                                                    einer Aschenbahn, mit einer Weitsprunggrube und                                                                                         einem Kugelstoßring, Hochsprung wurde ebenso                                                                                             möglich wie Speer- und Diskuswerfen.                                                                                                 Zwischenzeitlich hatte man sich auch                                                                                                    bemüht, wieder eine Vereinsfahne                                                                                                        anzuschaffen. Ihre Weihe wurde am                                                                                                           31.05.1953 in der katholischen                                                                                                              Kirche gefeiert. Das gute Stück hat                                                                                                                 heute im Turnerheim einen                                                                                                                    Ehrenplatz, geschmückt mit                                                                                                                       den Wimpeln zahlreicher                                                                                                                         Turnfeste.
1940
1948
1960
Die Jahre 1960-1990 Da es in Hörden immer an einer Turnhalle mangelte, war der Verein mehrfach bemüht, etwas in Eigenregie zu bauen. Immer wieder scheiterte es an der Platzfrage; gesammeltes Geld wurde deshalb der Gemeinde überlassen, mit der Bitte, die Spende für einen Hallenneubau zu verwenden. Zunächst benutzen die Turner die Bernhardushalle der katholischen Kirche. Später zogen sie in den Sommerhof des Kindergartens um, schließlich erhielten sie in der Schule einen Gymnastikraum. Erst mit Eingemeindung Hördens nach Gaggenau ging Ende der 70er Jahre ein langgehegter Wunsch in Erfüllung: Die Flößerhalle wurde gebaut. Indes musste der Turnverein immer wieder selbst Hand anlegen, um für sich ein Zuhause zu schaffen. Im Jahr 1960 wurde auf der Essel das alte Schützenhaus abgerissen, weil das Gelände umgelegt wurde und die Siedlung Groß-Au entstand. Der TV hatte das Schützenhaus aber immer mitbenützt, so dass er auf einmal ohne Quartier da stand. Manentschloss sich kurzerhand, ein eigenes Turnerheim zu bauen, wobei das Grundstück von der Gemeinde in Erbpacht zur Verfügung gestellt wurde. Fleißige Helfer beim Clubhausbau 1960 Die Turner bauten sich einen Aufenthalts- und einen Geräte-Raum – zunächst, Jahre späterwurde noch einmal umgebaut und erweitert. In den 80er Jahren genügte es den modernen Ansprüchen nicht mehr. In dreijähriger Eigenarbeit wurde geplant, bis auf die Grundmauern abgerissen, und neu gebaut – nicht mehr so bescheiden, aber immer noch die finanziellen Grenzen beachtend. Am 12.08.1988 wurde das neue Turnerheim eingeweiht, groß und schön, funktionsgerecht und einladend zugleich. In den 60er und 70er Jahren erlebte die Hördener Leichtathletik eine Hoch-Zeit. 1964 lud der Turnverein zu den ersten Murgtalkampfspielen ein, ein Sportereignis mit Spitzenkönnern aus nah und fern. 25 Jahre lang schaffte man es, die Tradition beizubehalten, ehe andere Veranstalter mit modernen Kunststoffbahnen dem Essel-Stadion den Rang abliefen. Aus der Not machte der Turnverein eine Tugend: Die Murgtalkampfspiele leben als Hördener Sporttage weiter – ein Wettkampfgeschehen für jedermann sozusagen, vor allem aber für den Nachwuchs. Apropos: Der Freizeitbereich hat in den letzten Jahren ungeheuer an Bedeutung gewonnen. Als einer der ersten war der TVH dabei, denn schon in den 60er Jahren wurde eine Ski- und Jedermannsabteilung ins Leben gerufen, die viele Jahre fast das Herzstück des Vereins war. Die Volleyballer kamen in den 80er Jahren hinzu.
2014
Der TV 2014 Aufgrund des demografischen Wandels, der sinkenden Geburtenraten und dem veränderten gesellschaftlichen Verhalten, gibt es im Jahre 2015 einige Abteilungen des TV-Hördens leider nicht mehr. Die Volleyball-, Ski- sowie die Leichtathletikabteilung mussten diesem Wandel geschuldet schweren Herzens aufgegeben werden. Dafür erfreuen sich die vielen bestehenden und neu hinzugekommenen Abteilungen, wie sie unserer neu gestalteten Homepage entnehmen können, großer Beliebtheit und finden bei jung und alt großen Anklang. Und nicht zuletzt sind es die vielen Kinder, die den Turnverein mit seinen über 850 Mitgliedern auch nach mehr als 100 Jahren optimistisch in die Zukunft blicken lassen.
2015
2016
2017
Satzung des Turnverein               Hörden 1896 e.V.